Konvexschliff
Klingenschliff mit bogenförmigen Flanken — die mechanisch stabilste der drei Grundformen.
Ein Klingenschliff, bei dem beide Flanken in einer nach außen gebogenen Kurve zur Schneide hin zusammenlaufen — im Gegensatz zum geradlinigen Flachschliff oder zum nach innen gewölbten Hohlschliff.
Der Konvexschliff ist mechanisch die stabilste der drei Grundformen: Die bogenförmige Masseverteilung verteilt die Schnittkraft gleichmäßiger über die Klinge, wodurch die Schneide weniger zum Ausbruch neigt. Gleichzeitig „öffnet" die Wölbung den Schnittspalt im Material, was das Verklemmen in zähem Holz reduziert.
Sein Nachteil liegt in der Nachpflege: Ein Konvexschliff lässt sich mit einem flachen Wetzstein nicht erhalten, ohne die charakteristische Wölbung zu verlieren. Die traditionelle Methode verwendet Leder-Strop oder Lederrolle mit feiner Paste; moderne Alternativen sind gummigelagerte Bandschleifer oder Schleifblöcke mit konkaver Auflage.
Historisch
Der Konvexschliff — in der englischsprachigen Literatur auch „Appleseed" oder „Moran Grind" nach William W. Moran — war bis ins frühe 20. Jahrhundert der Standardschliff für Axtklingen. Erst mit der Industrialisierung der Klingenproduktion setzte sich der leichter zu fertigende Flachschliff durch.
Verwandte Begriffe
- Flachschliff — geradlinige Flanken, günstiger in der Fertigung
- Hohlschliff — nach innen gewölbte Flanken, geringere Materialstabilität
- Appleseed — englische Bezeichnung für Konvexschliff
- Full Tang — durchgehender Erl, häufig in Kombination mit Konvexschliff bei Bushcraft-Klingen