Full Tang
Durchgehender Erl, der sich in voller Breite durch den Griff zieht.
Ein Klingenkonstruktionsprinzip, bei dem der Erl — der in den Griff reichende Teil der Klinge — sich in voller Breite und Höhe durch den gesamten Griff zieht. Beidseitig werden Griffschalen aus Holz, Micarta, G10 oder Kunststoff aufgenietet oder geschraubt.
Im Gegensatz zum Steck-Erl (Rat-Tail Tang) und zum halben Erl (Half Tang) gilt der Full Tang als die belastbarste der vier Grundformen. Bei seitlichen Stößen oder Hebelbelastungen verteilt sich die Kraft auf die gesamte Querschnittsfläche der Klinge, nicht auf einen schmalen Übergang. Aus diesem Grund ist Full Tang in der Bushcraft- und Survival-Klassifizierung quasi-Pflicht für Klingen, die dem Batonieren oder Spalten ausgesetzt werden.
Der Nachteil ist Gewicht: Eine Full-Tang-Klinge ist bei gleicher Klingenlänge typischerweise 80 bis 200 Gramm schwerer als eine vergleichbare Steck-Erl-Klinge. Bei langen Freischneide-Macheten (Latin Pattern) wird daher häufig auf Half Tang verzichtet — die seitliche Belastung ist hier geringer als beim Bushcraft-Einsatz.
Verwandte Begriffe
- Erl — deutscher Begriff für den in den Griff reichenden Teil der Klinge
- Half Tang — Erl reicht etwa zur Mitte des Griffs
- Rat-Tail Tang — sehr dünner Steck-Erl, schmaler als die Klingenbreite
- Hidden Tang — Erl ist vollständig im Griff verborgen